Wie erkennst du eine gute Hundeschule

gute Hundeschule finden
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Der Gang zur Hundeschule lohnt sich

Ein Hund muss nicht immer erst Auffälligkeiten oder Verhaltensstörungen aufzeigen, damit sich der Gang zur Hundeschule lohnt. Der Besuch einer Hundeschule kann auch aus anderen Gründen sehr sinnvoll sein. Zum Beispiel lernt dein Hund in den Kursen ein gutes Sozialverhalten gegenüber seinen Artgenossen. Du kannst deinen Hund dort sportlich und spielerisch fordern ohne ihn dabei zu überfordern (was gerade bei Welpen sehr schnell unbemerkt passiert). Du lernst andere Hundebesitzer kennen und kannt dich mit ihnen austauschen. Du erhältst Tipps zu Kommunikation und Körpersprache und zur sinnvollen Beschäftigung zuhause und unterwegs und ganz nebenbei förderst du dabei die Bindung zwischen dir und deinem Liebling.

Natürlich treffen viele dieser Punkte auch zu, wenn du mit deinem Hund zum Spielen auf die nächste Hundewiese gehst. Aber Vorsicht: Hunde schauen sich viel voneinander ab – positives wie negatives. Oft ist es für den normalen Beobachter nicht zu unterscheiden was noch Spiel und was schon Dominanzverhalten oder gar Aggression ist. Ein kompetenter Trainer hingegen wird hier sofort einschreiten und kann so negativen Angewohnheiten entgegenwirken, bevor dein Hund diese manifestiert.
Und last but not least lernt dein Hund in der Hundeschule natürlich auch die Grundkommandos und auch bei anderen Verhaltensproblematiken wird dir eine Hundeschule gute Hilfestellung leisten.

So erkennst du eine gute Hundeschule:

• Eine gute Hundeschule hat nichts zu verbergen!
Deine Fragen werden offen und ausführlich beantwortet, Trainingsmethoden erläutert. Jede gute Hundeschule bietet auch eine kostenlose Schnupperstunde an lässt Ihnen Zeit zur Entscheidung.
• Es wird auf Basis positiver Bestärkung gearbeitet. Nur so ist es möglich, dass dir dein Hund vertraut und eine gute Bindung entstehen kann.
• Jede Art von Gewalt wird abgelehnt! Egal ob Wurfkette, Schüttelbox, Sprüh-, Würge-, Strom- oder Stachelhalsbänder, Ultraschallgeräte, Wasserpistolen oder gar körperliches Einwirken auf den Hund (auf den Rücken drehen, im Nacken packen und schütteln etc.) haben in einer seriösen Hundeschule nichts zu suchen!
• Der Trainer geht ganz individuell auf dein spezielles Problem ein. Bei einem anderen Hund kann das gleiche Verhalten eine völlig andere Ursache haben. Er stellt im Vorfeld viele Fragen, um die Ursache des Problems zu finden und nicht nur das Symptom zu bekämpfen.
• Aussagen wie: „Das ist halt so“, „Da kann man nichts mehr machen“ oder „Das hat ein Hund nicht zu tun“ sollten dich Aufhören lassen. Solche Aussagen lassen nicht auf einen kompetenten Trainer schließen.
• Die Gruppen sind nicht zu groß (Ausnahme Welpenspielstunden). 5-6 Tiere pro Gruppe und Trainer sind okay.
• Es gibt nicht die Trainingsmethode. Wenn dir der Trainer erzählen will, dass nur seine Methode die einzig Wahre ist, bleibe skeptisch! Es gibt viele, sehr erfolgreiche Methoden. Und jeder gute Hundetrainer ist auch offen für andere Meinungen und Ansätze.
• Das Training erfolgt eher spielerisch und ohne Druck. Kommunikation und Körpersprache stehen ganz weit oben bei der Arbeit mit dem Hund.

Grundsätzlich empfehle ich dir: Höre auf dein Gefühl, hinterfrage kritisch, was du nicht verstehst und wende bei deinem Hund bitte keine Methoden an, die du nicht auch bei dir selbst einsetzen würdest. Dann steht einem freudigen Unterricht nichts mehr im Wege.

Agility & Co.

2Geht es um das Thema Beschäftigung für und mit dem Hund, hört man inzwischen immer öfter von Agility, Mantrailing, ZOS und vielen anderen Beschäftigungen.
Wenn dir das alles nichts sagt, möchte ich dir hier gerne einen kurzen Einblick geben, was sich hinter den Begriffen verbirgt.

Agility – Sport für Hund und Herrchen

Agility ist ein Geschicklichkeitslauf bei dem der Hundeführer seinen Hund ohne Leine und ohne Halsband, einzig alleine mit Stimme und Körpersprache, durch einen aufgebauten Parcours führt. Ein solcher Parcours besteht aus mehreren Hindernissen wie Wippe, Tunnel, Slalomstangen etc. Für Hund und Halter ist Agility nicht nur eine sportliche Herausforderung, sondern auch ein großer Spaß. Die enge Zusammenarbeit zwischen Hund und Mensch stärkt die Bindung und das Vertrauen zueinander. Das Selbstvertrauen des Hundes steigt, er bleibt fit, wird geistig gefordert und bekommt Freude am Arbeiten. Agility ist für jeden Hund ab einem Alter von ca. 15 Monate geeignet, der bereits über guten Grundgehorsam verfügt und körperlich gesund ist.

Fährten lesen als Konzentrationsübung

Mantrailing verbreitet sich immer mehr und zielt vor allem auf die Nasenarbeit ab. Es gilt hierbei die Fährte eines „vermissten“ Menschen aufzunehmen und diesen zu finden. Ähnlich ist das auch bei der sog. Fährtenarbeit. Statt nach Personen wird beim Fährtentraining nach Gegenständen gesucht. Die Kurse finden grundsätzlich im freien Gelände statt. Ähnlich begibt es sich bei ZOS (= Zielobjektsuche). Auch hier wird nach Gegenständen gesucht, die der Hund finden und Anzeigen muss. Unterstützend wird hier mit dem Clicker gearbeitet. ZOS lehnt sich an die Arbeit der Spürhunde an (z. B. Drogen- oder Sprengstoffhunde) und wird sowohl im Freien als auch in geschlossenen Räumen ausgeübt.
Fährten lesen ist kein Sport, sondern eine Konzentrationsübung und sehr anstrengend für den Hund. Bitte achte darauf, deinen Hund nicht zu überfordern. Diese Art der Beschäftigung ist spannend für Hund und Mensch und für alle Hunde und jedes Alter geeignet.

Gute Laune und schwierige Choreographien beim Dogdance

Auch Dogdance erfreut sich immer größer werdender Beliebtheit und ist ein perfekter Hundesport. Wie bei jeder intensiven Zusammenarbeit mit deinem Hund wird auch hier die Bindung ganz besonders gestärkt und ist gleichzeitig auch Erziehung. Im Vorfeld bringt man dem Hund ein gewisses Repertoire an Kunststücken bei. Dazu kann man sich Gewohnheiten des Hundes zu Eigen machen (wenn dein Hund sich zum Beispiel gerne nach dem Aufstehen streckt, kannst du ihm daraus eine Verbeugung beibringen, auch das Drehen um die eigene Achse lernt der Hund sehr schnell etc.). Das Schwierigste beim Dogdance ist das Einüben einer passenden Choreographie. Hier hast du aber freie Hand ob du erst einmal mit einem langsamen Lied beginnen möchtest oder ob dein Hund lieber gleich richtig loslegt und Rock ‘n Roll im Blut hat. Dogdancing ist so variantenreich, dass für jeden Hund etwas dabei ist.

Natürlich gibt es unzählige weitere Sport- und Beschäftigungsmöglichkeiten die auf 6 Beinen Spaß machen. Den Möglichkeiten sind inzwischen (fast) keine Grenzen gesetzt. Viel Spaß beim Ausprobieren von Agility & Co!

Geschrieben von:



Christine Ruppe, Hundetrainerin (i.Ausb.) aus München

Ich heiße Christine Ruppe (42) und bin Projekt-Patin bei Tierschutz-Shop. Zurzeit befinde ich mich in einer Ausbildung zur Hundetrainerin. Nachdem ich selbst viele Jahre einen eigenen Hund hatte und dies aus Zeitgründen im Moment leider nicht möglich ist, engagiere ich mich im Tierschutz. Ich freue mich, wenn mein Artikel einige Fragen beantwortet.