Welche Katze passt zu mir?

Ratgeber-Adoptionskatze

Zwei, die sich gefunden haben.
Foto: Sari ONeal

Manchmal geht alles ganz schnell: Schon beim ersten Besuch im Katzenhaus des Tierheims ist es um dich geschehen. Schließlich hat Katze Lilly dich so neugierig angeschaut. Oder Kater Mikesch ist so beharrlich um deine Beine gestrichen. Klarer Fall: Das ist Liebe auf den ersten Blick.

So oder so ähnlich ist es wohl vielen schon im Tierheim gegangen. Mich eingeschlossen. Am liebsten würde man ja sowieso gleich alle einpacken. Wenn da doch nur mehr Platz im Auto wäre… Doch wenn man es mit der Adoption wirklich ernst meint, muss man sich irgendwann für ein Tier – manchmal vielleicht auch zwei – entscheiden. Und was läge da näher, als auf sein Herz zu hören? Wo wir wieder bei Lilly und Mikesch wären.

Doch so einfach sollte man es sich nicht machen. Denn was im Tierheim passt, muss in den eigenen vier Wänden noch lange nicht gutgehen. Richte dich bei der Auswahl deines zukünftigen tierischen Untermieters also nicht nach vermeintlichen Zeichen, die dir die Katze gibt. Und auch nicht nach einem für dich besonders ansprechenden Aussehen. Gehe stattdessen in dich und finde heraus, was du einer Katze bieten kannst und was du dir selbst von ihr erhoffst.

Sei unbedingt ehrlich

Hast du viel Zeit und kannst eine junge, aktive Katze entsprechend beschäftigen? Traust du dir zu, eine sehr ängstliche Katze mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen an ihr neues Zuhause zu gewöhnen? Hast du die Möglichkeit, einer Katze, die bisher als Freigänger unterwegs war, auch in Zukunft diesen Luxus zu gewähren? Und hast du wirklich Lust, eine Langhaarkatze tagtäglich zu pflegen? Oder wünschst du dir im Grunde doch einen verschmusten, aber unkomplizierten Mitbewohner? Sei unbedingt ehrlich zu dir selbst, denn das währt bekanntlich am längsten.

10 Fragen, die du dir selbst vor der Adoption beantworten solltest:

  1. Hast du eine eher große oder kleine Wohnung?
  2. Bietet deine Wohngegend genug Sicherheit für eine Freigängerkatze?
  3. Hast du schon Erfahrung in der Haltung von Katzen oder bist du „Anfänger“?
  4. Bist du berufstätig oder viel zu Hause?
  5. Passt eine ruhige oder gesprächige Katze besser zu dir?
  6. Kannst du dir vorstellen, deine Katze jeden Tag zu kämmen?
  7. Verfügst du über ausreichend finanzielle Mittel, falls die Katze krank wird?
  8. Wer kümmert sich um die Katze, wenn du in den Urlaub fährst?
  9. Willst du eine Jungkatze adoptieren, eine erwachsene oder eine alte Katze?
  10. Hast du ausreichend Zeit mögliche,schlechte Angewohnheiten abzutrainieren?

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Amy aus dem Tierschutz Wolfsburg e.V.
Foto: Sandra Martins

Charakter einer Katze

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Die eingeschworene Katzenbande.
Foto: Christel Fieberg

Charakter und Anforderungen einer Katze hängen von verschiedenen Faktoren ab: Alter, bisherige Erfahrungen, Rasse etc. Sprich also mit dem Tierheim-Personal über die Vorgeschichte des Tieres. Lasse dir schildern, wie das Tier sich im Tierheim-Alltag verhält. Und wie es sich – soweit bekannt – bei seinen Vorbesitzern verhalten hat.

Falls das Tier einer bestimmten Katzenrasse zuzuorden ist, schadet es nicht, sich über typische Charakteristika zu informieren. So gilt die Ragdoll als anhänglich und menschenbezogen, die Balinese als eigenwillig, der Europäisch Kurzhaar wird ein großer Bewegungsdrang nachgesagt und Siamkatzen sind meist sehr gesprächig.

Eines sollte dir jedoch stets bewusst sein: Du adoptierst ein Lebewesen und keine Rassebeschreibung. Doch wenn du mit Geduld und Bedacht an die Katzen-Adoption herangehst, steigen auch die Chancen auf ein tierisch gutes Miteinander.

Geschrieben von:


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Antje Rehse von pets.de – die Tierwelt von RP Online

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