Handicap – na und?

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Wie Rollihund Bob als Tier mit Handicap das Leben meistert

„Der arme Hund! Muss man ihm das antun?“ Das ist nur ein Satz von vielen, die Bettina Weber bei ihren Spaziergängen mit Bob hört. Ihr Pflegehund Bob ist querschnittsgelähmt, doch erkundet im Rollwagen neugierig die Welt. Seine Geschichte zeigt, warum man ein Tier mit Handicap nicht abschreiben sollte.

Mit gerade mal 5 Wochen änderte sich das Leben des Welpens Bob von einem Moment auf den anderen. Seinem ehemaligen Besitzer ist die französische Bulldogge aus dem Arm „gefallen“. Die Diagnose: Querschnitt! Seine Wirbelsäule war gebrochen. Bob würde wahrscheinlich nie wieder seine Hinterbeine benutzen können – eine Situation, mit der der ehemalige Besitzer nicht leben wollte, denn das bedeutet Arbeit und Kosten. Eine liebe Tierfreundin nahm den Welpen zunächst auf und brachte ihn 2011 zum Gnadenhof & Wildtierrettung Notkleintiere e.V. Inzwischen lebt Bob als Pflegehund bei der 2. Vorsitzenden des Vereins Bettina Weber.

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Leben mit einem Handicap-Tier

Dass ein Handicap-Tier nur auf einem Gnadenhof oder in einer speziellen Einrichtung zurechtkommt, ist falsch. Bob ist das beste Beispiel, denn er lebt bei Tierschützerin Bettina in einem ganz normalen Haushalt. Man muss sich jedoch im Klaren darüber sein, was dies an Arbeit bedeutet. „Als Bob zu uns kam waren wir unzählige Male beim Tierarzt mit ihm und haben alles getan, damit er Hilfe bekommt. Neben vielen Arztbesuchen gehört dazu auch Spezialfutter und das Ausdrücken der Blase“, erklärt Bettina Weber. Durch die Verletzung der Wirbelsäule ist Bob nicht nur in der Bewegung eingeschränkt, sondern auch inkontinent. Damit es in der Wohnung nicht zu einem Missgeschick kommt, trägt Bob eine Windel. „Zum Glück hat er gar keine Probleme damit. Dadurch, dass er so jung war, als der Unfall passiert ist, konnten wir ihn leicht an die Windel und auch an seinen maßgefertigten Rollwagen gewöhnen“, berichtet die Tierfreundin. Sobald es nach draußen zum Spazieren geht, bekommt Bob zwei Räder umgeschnallt und ist nicht mehr zu bremsen. „Er rennt wie ein „normaler“ Hund mit vier Beinen. Der Rollstuhl macht ihn mobil und genauso schnell wie vor seinem Unfall. Er spielt gerne Ball und merkt selbst gar nicht, dass er „anders“ ist.“

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Warum es sich lohnt

Tiere halten sich nicht mit ihren „Fehlern“ auf. Sie passen ihr Leben an die neuen Umstände an. Das kann man bei Tieren beobachten, die blind oder taub sind und auch bei Tieren, denen ein Bein amputiert wurde. „Für mich ist Bob ein ganz normaler Hund. Er wird von seinen Artgenossen mehr als akzeptiert und ist ein absolut lebensfrohes Tier und voll im Leben mit dabei“, schwärmt Bettina. Nur weil ein Tier körperlich beeinträchtig ist, sollte man es nicht gleich abschreiben. Doch es teilen nicht alle diese Meinung. Immer noch werden vor allem Rollihunde belächelt und mitleidig beäugt. Andere drücken ganz direkt ihr Unverständnis aus. „Wenn ich ehrlich bin, habe ich früher auch so gedacht, aber das ist engstirnig. Ich sehe es immer wieder an Bob: Das Letzte, was er braucht, ist Mitleid.”

„Die Diagnose Querschnitt bedeutet nicht das Ende.“

Bettina Weber, stellvertretende Vereinsvorsitzende

“Einen behinderten Hund mit einem Hilfsmittel zu unterstützen, ist für mich keine Tierquälerei. Auch jedes andere Handicap macht das Leben für die Tiere nicht weniger lebenswert. Warum sollten sie nicht genauso unbeschwert Hund sein dürfen?“, so Bettina Weber.

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Hilfe für Handicap-Tiere und ihre Besitzer

Mittlerweile gibt es sehr viele Tierschutzvereine, Pflegestellen, Internetseiten und Foren, die sich auf Handicap-Tiere spezialisiert haben. Leidet ein Tier durch einen Unfall, eine Krankheit oder einfach altersbedingt unter einem Handicap, kann man sich hier Hilfe holen. Ohne entsprechenden Austausch mit Experten und Betroffenen, kann es als die einzige Lösung erscheinen, das Tier einzuschläfern und von seinem „Schicksal“ zu befreien, weil die Angst davor überwiegt, was auf einen zukommt. Doch man sollte sich genau überlegen, wie man in dieser Situation entscheidet. Das Leben des Tieres ist in den meisten Fällen trotzdem voller Freude und die Lebensqualität immer noch hoch. Die stellvertretende Vereinsvorsitzende Bettina Weber steht bei Fragen rund um das Thema „Handicap-Tier – was sollen wir jetzt tun?“ gerne zur Seite und hilft mit wichtigen Informationen unter folgender Mailadresse: [email protected]

Der Verein Gnadenhof und Wildtierrettung Notkleintiere e.V. kümmert sich auf seinem Gnadenhof um eine Vielzahl von Tieren, die nicht mehr gewollt, krank oder gehandicapt sind. Viele von ihnen sind nicht vermittelbar und finden hier ihre letzte Zuflucht. Dadurch ist der Verein stets auf die Unterstützung von Tierfreunden angewiesen. Du möchtest den Vierbeinern helfen? Spende ganz einfach Futter über die Wunschliste des Vereins!

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