Schlechte Angewohnheiten liebevoll abgewöhnen

Hund schlechte Angewohnheiten
Hund schlechte Angewohnheiten

Es gibt Angewohnheiten, die sind eher nervig als niedlich

Kein Hund ist vollkommen, und selbst ein sonst so braver und folgsamer Vierbeiner entwickelt zuweilen unerwünschte oder schlechte Angewohnheiten. Zuerst einmal gilt es dann, die Ursache zu ermitteln und wenn möglich abzustellen. Meist ist dies aber nicht so einfach. Bellt ein Hund z.B. ohne Unterlass wenn es an der Tür klingelt, hilft es zwar sehr wahrscheinlich, die Klingel zu demontieren, eine akzeptable Lösung ist dies aber sicher nicht.

Generell unterscheidet man zwischen natürlichem und erlerntem Verhalten. Ein natürliches Verhalten wäre etwa das Benagen von Knochen oder Spielzeug. Aus dem Knochen wird aber schnell auch ein Schuh oder ein anderer Gegenstand, dem der Geruch des Menschen anhaftet. Dies ist dann auch ein natürliches, aber unerwünschtes Verhalten und muss dem Hund abgewöhnt werden. Mit einem klaren und strengen „Nein“, „Lass das“ oder ähnlichem merkt dein Hund schon mal, dass du mit seinem Verhalten nicht einverstanden bist. Nimm ihm den Schuh weg und biete ihm stattdessen ein Spielzeug oder Kauknochen an. Es kann auch helfen, den Schuh mit einem bitteren (aber bitte ungiftigen) Spray zu besprühen, dann wird ihm der Spaß an Schuhen schnell vergehen. Auch Jagen ist ein natürliches Verhalten, abhängig von der Rasse auch sehr ausgeprägt. Durch Apportierspiele und ähnlichem lässt sich der Jagdtrieb ein wenig kontrollieren, meist ist hier aber die Hilfe eines Hundetrainers anzuraten.

Das Bellen, wenn es klingelt…

Erlerntes Verhalten ist zum Beispiel das bereits erwähnte Bellen, wenn es klingelt. Wurde das nicht von Anfang an unterbunden oder sogar noch belächelt, denkt der Hund, du wünscht diese Meldung. Dies zu ändern erfordert Geduld, geht aber oft recht schnell. Wenn es klingelt und der Hund „meldet“, bedanke dich kurz (mit einem ruhigen „Danke“) und schicke ihn dann an seinen Platz. Achte darauf, dass er diesen Platz nicht verlässt und bringe ihn so oft es erforderlich ist wieder zurück. Der Besucher muss in dem Fall dann leider so lange vor der Tür ausharren. Dein Hund wird sehr schnell merken, dass du die Situation gut im Griff hast und er sich nicht mehr darum kümmern muss.

Christine_MuenchenDas Zerren an der Leine…

Ebenfalls ein typisches Beispiel ist das Zerren an der Leine, durch das der Hund irgendwann gelernt hat, da hin zu kommen, wo er hin will. Dies unterbindest du am Einfachsten, indem du einfach stehen bleibst, wenn der Hund damit anfängt. Schnell wird er merken, dass sein Verhalten ihn nun nicht mehr ans gewünschte Ziel bringt. Dann gibt es noch destruktives Verhalten, wenn der Hund z.B. während deiner Abwesenheit die Wohnung verwüstet. Natürlich kann es sein, dass er dies aus Langeweile tut, wahrscheinlicher ist aber, dass er panische Trennungsangst hat und den dadurch entstehenden enormen Stress irgendwo ablassen muss. Auch hier gilt es unbedingt, die Ursache zu finden und die Hilfe eines Profis in Anspruch zu nehmen!

In den allermeisten Fällen genügen Konsequenz, Training und Geduld um dem Vierbeiner zu erklären, wie wir Menschen uns ein entspanntes Miteinander wünschen.

Geschrieben von:


Hundetrainerin Christine

Christine Ruppe, Hundetrainerin (i.Ausb.) aus München

Ich heiße Christine Ruppe (42) und bin Projekt-Patin bei Tierschutz-Shop. Zurzeit befinde ich mich in einer Ausbildung zur Hundetrainerin. Nachdem ich selbst viele Jahre einen eigenen Hund hatte und dies aus Zeitgründen im Moment leider nicht möglich ist, engagiere ich mich im Tierschutz. Ich freue mich, wenn mein Artikel einige Fragen beantwortet.