Tierschutz in Frankreich: Der Umgang mit Haus- und Tierheimtieren


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Tierschutz in Frankreich

Hunde und Katzen sind beliebte Haustiere in Frankreich. Doch obwohl viele Menschen ihren vierbeinigen Begleiter als Familienmitglied verstehen, herrschen in Bezug auf Tierhaltung und Tierschutz gravierende Missstände.

Hofhund an der Kette
Kettenhaltung ist in unserem Nachbarland immer noch weit verbreitet - der Tierschutz in Frankreich hat Nachholbedarf. Foto: pohanka.photo/shutterstock

Vor allem in ländlichen Gegenden sind Hunde Gebrauchstiere, die unter anderem zum Bewachen des Grundstücks eingesetzt werden. Zwinger- und Kettenhaltung ist weit verbreitet, legal und doch oftmals mit viel Leid verbunden.

Tierschutzvereine melden, dass Hunde in ihren eigenen Exkrementen verharren, nicht spazieren geführt werden oder bei Wind und Wetter draußen bleiben müssen.

100.000 Tiere herzlos ausgesetzt

Die Unterhaltungs- und Tierarztkosten für Haustiere liegen in Frankreich um einiges höher als beispielsweise in Deutschland, so Tierschützer*innen.

Dadurch gibt es viele Tierhalter*innen, die es sich nicht leisten können, ihren Hund oder ihre Katze artgerecht zu versorgen und teilweise auch nicht bereit sind, die Kosten zu tragen.

Diese Denkweise spiegelt sich auch in einer traurigen Bilanz wieder: Über 100.000 Tiere werden in Frankreich laut Angaben einer französischen Tierschutzorganisation jedes Jahr ausgesetzt – die meisten davon zur Ferienzeit.

Ausgesetzte Katze in Karton
Zur Ferienzeit sollen es allein 40.000 Tiere sein, die ausgesetzt werden. Foto: Zukunftskatzen - Chats de l'avenir e.V.

Rassewahn

Das alte Tier gegen ein Neues zu ersetzen, ist in unserem Nachbarland ein Leichtes. In Tiergeschäften oder auf sogenannten Tiermärkten werden Welpen und Kitten jeder Rasse zur Schau gestellt und zum kleinen Preis verkauft.

Tierschützer*innen berichten, dass die Tierbabys viel zu früh von ihrer Mutter getrennt werden und häufig aus unseriösen Zuchtstationen stammen, die in Massen Nachkommen produzieren.

Leider boomt das Geschäft, denn in Frankreich herrscht ein regelrechter Rassehype. Innerhalb des FCI (Dachverband für die Lehre von Rassen und Zucht von Hunden) werden in Frankreich – nach Russland und Japan – die meisten Hunde gezüchtet.

Welpen in Käfig
Mehrmals jährlich finden in Frankreich Tiermärkte statt, auf denen Rassewelpen und -kitten verkauft werden. Foto: Pommy/shutterstock

Unkontrollierte Vermehrung

Wie viele andere europäische Länder hat auch Frankreich ein Problem mit Straßentieren. Vor allem Katzen, aber auch Hunde vermehren sich unkontrolliert. Viele Franzosen lassen ihre Tiere nicht kastrieren und selbst öffentliche Tierheime kastrieren nicht jeden Schützling, den sie vermitteln.

Tierschutzvereine starten Aufklärungskampagnen und Kastrationsprojekte, um das Leid langfristig zu beenden. Seit Jahren fordern Tierschützer*innen von der Regierung eine einheitliche Kastrationspflicht, doch Unterstützung vom Staat gibt es kaum – weder finanziell noch anderweitig.

Legale Tötungen

Für streunende und freilaufende Hunde und Katzen sind in Frankreich die sogenannten Fourrière zuständig. Die Auffang- und Tötungsstationen, die sich teils in miserablem Zustand befinden, sind verpflichtet, die eingefangenen Tiere acht Tage aufzubewahren und zu versorgen.

Innerhalb dieser Zeit hat die/der Tierhalter*in (falls vorhanden) die Chance, sein Tier abzuholen. Nach Ablauf der Frist entscheidet der Leiter des Fourrière, ob das Tier zur Adoption an ein Tierheim bzw. einen Tierschutzverein weitergegeben oder direkt eingeschläfert wird.

In Frankreich werden laut Schätzungen jedes Jahr bis zu 500.000 Tiere eingeschläfert, unabhängig von Alter oder Gesundheitszustand. Denn die Fourrières sowie viele Tierheime sind maßlos überfüllt und die finanzielle Unterstützung wird nach der 8-Tages-Frist eingestellt.

Die einzige Chance, die die zahlreichen Hunde und Katzen haben, sind engagierte Tierschutzvereine, die sie vor der Euthanasie retten.

Hilf den Fellnasen in Frankreich

Da die Unterstützung des Tierschutzes in Frankreich mangelhaft ist, brauchen die Tierschutzvereine dringend Futterspenden für ihre Schützlinge. Auch deine Hilfe zählt!

Geschrieben von

Unsere Bürohunde bei Tierschutz-Shop beweisen mir jeden Tag aufs Neue, dass es sich lohnt, im Tierschutz aktiv zu werden. Deshalb ist es für mich eine große Herzensangelegenheit in unserem Magazin über Tierschutz-Themen aufzuklären und Tieren eine Stimme zu geben.
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Unsere Bürohunde bei Tierschutz-Shop beweisen mir jeden Tag aufs Neue, dass es sich lohnt, im Tierschutz aktiv zu werden. Deshalb ist es für mich eine große Herzensangelegenheit in unserem Magazin über Tierschutz-Themen aufzuklären und Tieren eine Stimme zu geben.


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