Mein erster Galgo-Marsch


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Mein erster Galgo-Marsch

Jedes Jahr im Februar demonstrieren Menschen und Tiere in Köln gegen den grausamen Missbrauch spanischer Jagdhunde. In diesem Jahr war ich zum ersten Mal dabei. Wie ich den Galgo-Marsch erlebt habe, erfährst du hier. 

Banner Galgomarsch
24 Banner sollten darauf hinweisen, worum es bei der Demo geht. Foto: Carolin Skiba

Abgemagert, verletzt oder am Baum erhängt: Durch meine Arbeit für Tierschutz-Shop begegnen mir fast täglich traurige, teils schwer erträgliche Bilder von Vierbeinern in Not. Aufgenommen von Tierschützer*innen, irgendwo in der EU. Weit weg von Deutschland, wo die Probleme andere sind als beispielsweise in Rumänien mit seinen sechs Millionen Streunern oder Spanien, wo auf Kosten unschuldiger Galgos barbarische Traditionen gepflegt werden.

Die Bilder berühren. Doch weil es für uns tierliebe Menschen so unvorstellbar ist, einem Vierbeiner Leid zuzufügen, sind die Geschehnisse manchmal schwer greifbar. Wir von Tierschutz-Shop kämpfen für diese Hunde und Katzen. Wir starten Futter-Spendenaktionen und versuchen, die Menschen über all das Leid aufzuklären. Dennoch bleibt es weit weg.

Anders wurde es für mich am 25. Januar, als ich an meinem ersten Galgo-Marsch teilnahm. Eine Kollegin, ein Kollege und ich waren vor Ort, um von dort zu berichten. Wir wollten Interviews führen, die Stimmung einfangen und natürlich die Demo begleiten.

Ein Meer von Hunden – friedlich und schweigsam

Im Vorfeld hörte ich, dass die Stimmung ganz besonders sein soll. Ich war gespannt. Wir waren recht früh am Treffpunkt in Köln. Neben uns waren erst höchstens fünf Personen und drei Hunde vor Ort. Darunter Tierschützer und Fotograf Marcus Gier vom Verein Tierschutz Spanien. Einer der Vereine, die wir mit unserer Futter-Spendenaktion „Hilfe für Galgos in Not” unterstützen. Zu dem Zeitpunkt konnte ich mir noch nicht vorstellen, was kurze Zeit später vor dem Bürgerhaus Stollwerck los sein würde.

„Wir wollen leben" steht auf dem Umhang des Galgos. Es ist nur eine von zahlreichen Botschaften. Foto: Carolin Skiba

Während wir unser erstes Interview mit Marcus führten, kamen immer mehr Zwei- und Vierbeiner. Und ehe wir uns versahen, waren vor dem Bürgerhaus rund 600 Menschen und 1400 dazugehörige Fellnasen versammelt. Wo zu Anfang nur drei Hunde standen, blickte man kurz vor Beginn der Demo auf ein Meer von Hunden.

Ich war überwältigt. Das Verrückte: es herrschte eine unvorstellbare Ruhe – ungewöhnlich bei dieser Menge an Hunden. Doch eigentlich bestätigte es nur das, wofür Galgos stehen, denn die spanischen Windhunde sind für ihr friedliches, ruhiges und unauffälliges Verhalten bekannt.

Das Leid der Galgos ist Realität

Es war kalt, darum trugen die meisten Tiere Mäntel, an denen Botschaften angebracht waren, die berührten: „Geboren, um zu sterben“; „Ich habe überlebt“; „Ich will leben“ – um nur einige zu nennen. Diese Galgos standen sinnbildlich für die Tiere, für die wir jedes Jahr im Februar kämpfen – dann, wenn in Spanien die Jagdsaison endet und die Windhunde aussortiert werden.

Auch die Galgos auf dem Marsch haben genau das erlebt. Sie wurden aussortiert und sind glücklicherweise nicht mit einem Strick um den Hals am Baum, sondern im Tierheim und anschließend bei lieben Menschen gelandet. Diese Menschen waren zur Demo gekommen. Menschen, die ihren ganz eigenen Kampf gegen den Missbrauch der Galgos aufgenommen haben.

Und während mir das bewusst wurde, wurde das Leid der Galgos für mich noch realer, noch grausamer. Nicht länger waren es „nur“ Bilder oder Erfahrungsberichte von Tierschützer*innen vor Ort, die meine Kolleg*innen, mich und unsere Community bewegten. Nein, die Tragödie war in Form hunderter Vierbeiner im wahrsten Sinne greifbar.

Spanische Jagdhunde brauchen unsere Stimme

Diese tapferen Tiere, die nach allem, was sie durchmachen mussten, trotzdem noch so sanft und liebebedürftig sind und völlig unaufdringlich auf Streicheleinheiten warten. Und diese unerschütterlichen Menschen, die trotz allem Elend und aller Rückschläge nicht aufgeben und weiterkämpfen. Damit Galgos, Podencos und alle anderen spanischen Hunde leben können. Sie alle erstaunten und beeindruckten mich.

Noch immer bekomme ich eine Gänsehaut, wenn ich an die Demo denke. An das grausame Schicksal so vieler unschuldiger Tiere, aber auch an die vielen Menschen, die wild entschlossen sind, dem ein Ende zu setzen. Ich bin einer von ihnen und eins ist klar: Auch im nächsten Jahr bin ich wieder dabei, denn jede Stimme zählt.

So war der Galgomarsch

Sieh hier unser Video zum Galgomarsch und erfahre mehr über die aktuelle Situation in Spanien, welche Chancen auf Veränderung es gibt und wie der Galgomarsch dabei helfen soll.

Geschrieben von

Als Gründerin von Tierschutz-Shop ist es mir eine Herzensangelegenheit über Tierschutz zu berichten. Ich will Aufmerksamkeit für aktuelle und wichtige Tierschutzthemen schaffen. So kann ich Tieren eine Stimme geben und zur Verbesserung ihrer Situation beitragen.
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Als Gründerin von Tierschutz-Shop ist es mir eine Herzensangelegenheit über Tierschutz zu berichten. Ich will Aufmerksamkeit für aktuelle und wichtige Tierschutzthemen schaffen. So kann ich Tieren eine Stimme geben und zur Verbesserung ihrer Situation beitragen.


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