Tiere als Geschenke? Erfahre hier, warum wir dagegen sind!


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Tiere als Geschenke? Darum sind wir dagegen

Glänzende Augen, Freudentränen, Danksagungen – wer wünscht sich nicht diese Reaktion auf ein überreichtes Geschenk? Geht es um Tiere als Geschenke, hat das malerische Szenario jedoch einen gewaltigen Haken.

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Viele Tierheime sind überfüllt. Ob diese Hunde wohl auch einmal als Geschenk überreicht wurden? Foto: Shutterstock

Ein Hund unterm Weihnachtsbaum? Ein Kätzchen zum Geburtstag? Besonders Kinder wünschen sich häufig ein Haustier. Doch auch beim Schenken unter Erwachsenen steht außer Frage: Tiere sind keine Geschenke.

Tiere sind fühlende Lebewesen

Indem man Tiere wie einen materiellen Gegenstand verschenkt, setzt man ein falsches Zeichen über den Wert eines Tieres. Man spricht ihnen ihre Lebendigkeit und ihre Gefühle ab. Doch im Gegensatz zu Präsenten wie Spielzeug oder Süßigkeiten, empfinden Tiere Emotionen wie Trauer, Angst oder Schmerz. Man kann sie nicht einfach zurückgeben und umtauschen, ohne dass es spurlos an ihnen vorbeigeht.

Emotionale Gründe fehl am Platz

So schön die Vorstellung auch sein mag: Ein Tier zu verschenken, um den Beschenkten zu überraschen, ist der falsche Antrieb. Emotionen sind vergänglich und selten auf Dauer gültig. Kurzweilig überschwängliche Freude steht gegen ein ganzes Tierleben voller Verantwortung und Pflichten.

Die Vorstellung vom perfekten Überraschungsmoment führt bei vielen Menschen zu unüberlegten Spontankäufen. Man entscheidet nicht gut durchdacht und lässt sich zeitlich unter Druck setzen, weil der besondere Anlass terminiert ist. Möglicherweise entscheidet man dabei sogar über den Kopf des zukünftigen Tierbesitzers hinweg.

Tiere als Geschenke: Zeit und Kosten werden unterschätzt

Dabei bedeutet ein eigenes Tier große Verantwortung, es kann mit hohen Kosten (Futter, Tierarzt, Steuern, Zubehör, Urlaubsunterkunft) verbunden sein, mit Einschränkungen im Alltag des Haustierbesitzers, mit täglicher Pflege und Kümmern. Um sich über diese einschneidende Umstellung bewusst zu werden, sollte man sich über einen längeren Zeitraum tiefgehende Gedanken machen.

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Oftmals werden Tierbabys verschenkt, die körperlich noch wachsen und sich vom Wesen verändern. Foto: Shutterstock

Lässt man all diese Punkte außer Acht, ist die Gefahr sehr groß, dass das neue vierbeinige Familienmitglied allen schnell lästig wird oder Überforderung aufkommt. Die Folge? Die voreilig angeschafften Fellnasen landen im Tierheim, auf Online-Marktplätzen oder werden im schlimmsten Fall ausgesetzt, da die neuen Halter die Zeit und Kosten unterschätzt haben.

Tierheime reagieren: Vermittlungsstopp vor Feiertagen

Damit ihre Schützlinge nicht als Geschenk unter dem Weihnachtsbaum landen, haben viele Tierheime in Deutschland bereits Konsequenzen gezogen. Seit rund zehn Jahren gehen sie dazu über, kurz vor Weihnachten keine Vierbeiner mehr zu vermitteln.

Denn durch unüberlegte Tier-Geschenke zu Weihnachten, war in der Vergangenheit die Rückgabe von Vierbeinern im Januar außerordentlich hoch. Quellen zufolge haben Tierheime in Großstädten im Januar 40 % mehr Hunde sowie 50 % mehr Katzen als im restlichen Jahr aufnehmen müssen.

Tierfreundliche Alternativen:

  • Tierpatenschaft: Mit einem monatlichen Betrag unterstützt du eine Tierschutz-Organisation bei der Versorgung eines Schützlings mit Futter und Pflege. Meist erhältst du eine Paten-Urkunde sowie Updates zu deinem Patentier in Form von Bildern und Nachrichten.
  • Stofftiere: Gerade bei kleinen Kindern bietet es sich an, statt eines lebendigen Vierbeiners einen kuscheligen Artgenossen als Geschenk zu wählen. Du zeigst, dass du den Wunsch des Kindes wahrnimmst. Doch wenn es das Interesse verlieren sollte, hat kein echtes Lebewesen darunter zu leiden.
  • Im Tierheim oder der Nachbarschaft helfen: Wer sich den Kontakt zu Tieren wünscht, kann sich z. B. als Gassigänger oder Katzenstreichler für Tierheimtiere engagieren. Auch Haustierbesitzer in der Nachbarschaft freuen sich bestimmt über helfende Hände.

Adoptieren statt kaufen!

In vielen Tierheimen kann man sich trotz Vermittlungsstopp zum Thema Haustier beraten lassen und sich die Entscheidung über die Feiertage in Ruhe überlegen. Gemeinsam mit allen Familienmitgliedern sollte man das Thema gründlich besprechen und alle Verpflichtungen klären.

Sind danach noch immer alle überzeugt davon, ein Tier zu sich zu holen, sollte man regelmäßig z. B. auf den Webseiten der Tierheime bei den Schützlingen vorbeischauen, die noch ein Zuhause suchen, bis der passende Gefährte dabei ist. Das kann möglicherweise etwas dauern.

Doch man sollte sich diese Zeit unbedingt nehmen und keinesfalls ein Tier kaufen: weder beim Züchter noch in der Zoohandlung oder im Internet. Überall in der EU gibt es zahlreiche Tiere, die im Tierheim nur darauf warten, ein Zuhause für immer zu finden – und du bist ihre Chance.

Illegaler Welpenhandel: Das Geschäft mit dem Leben

Kaufe bitte niemals ein Tier im Internet! Hinter den Kulissen spielen sich meist grausame Geschehen für die Vierbeiner ab.

Geschrieben von

Durch Tierschutz-Shop und meinen Hund Cuco lerne ich täglich Neues über die Themen Tierschutz und Leben mit Tier. Dieses Wissen teile ich hier in unserem Magazin mit dir. Als Chefredakteurin bin ich immer neugierig auf deine Ideen, Lob und Kritik - schreib mir gerne an [email protected]
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