Frank Weber im Promi-Interview

“Gebt dem Tierschutz eine Chance!”

Tierschutz bedeutet für Frank Weber Verantwortung gegenüber Haustieren und Nutztieren. Deswegen füttert er vegetarisch.

Deutschlands bekanntestem Tierschützer liegen alle Tiere am Herzen. Foto: Frank Weber

Kaum vorstellbar, dass Deutschlands bekanntester Tierschützer als Kind panische Angst vor Hunden hatte. Gleichzeitig hat er sich aber immer ein Haustier gewünscht. So bekam er mit zwölf seinen ersten Hund und die Liebe zu Tieren wuchs. Während seines Studiums schrieb er Artikel für zahlreiche Tierzeitschriften und unterstützte ehrenamtlich Tierheime. Anschließend arbeitete er bei Gut Aiderbichl.

Inzwischen ist der 50-Jährige seit 2004 Leiter vom Franziskustierheim in Hamburg und setzt sich auch als zweiter Vorsitzender vom BMT (Bund gegen Missbrauch der Tiere) im In- und Ausland für Vierbeiner ein. Nebenbei ist er regelmäßig bei Hundkatzemaus auf Vox zu sehen. Im Interview verrät Frank Weber seinen absoluten Hundefutter-Geheimtipp und spricht ganz offen über seine Zukunftswünsche.


Was für Tiere hast du?

Ich habe ein Pferd aus der Pferdeklappe, zwei Weißstirnamazonen, einen Hahn und sieben Aquarien – meine absolute Leidenschaft! Und eine bunt gemischte Hunde-Truppe: Yorki-Mix Luise und Rehpinscher Zoey wurden im Tierheim abgegeben, ursprünglich kommen sie aus Polen. Papillon-Mischling Sophie kommt aus Fuerteventura und Bulldogge Ottmar vom spanischen Festland. Otti litt bulldog-typisch lange unter seinen Allergien.

Er litt? Hast du einen Allergie-Geheimtipp?

Ja, bei uns war das Futter der Schlüssel. Ich habe ewig nach einem passenden Futter gesucht und sehr viel ausprobiert. Bis mir das vegetarische Futter von Green Petfood empfohlen wurde. Das füttere ich seitdem. Zwischendurch gebe ich auch mal etwas Fleisch dazu, aber grundsätzlich füttere ich vegetarisch. Damit habe ich ein gutes Gewissen. Für mich passt es nicht zusammen, auf der einen Seite Tiere zu schützen und auf der anderen Seite aber Fleisch aus Massentierhaltung zu füttern. Meine Hunde vertragen VeggieDog sehr gut. Und Ottmar hat endlich keine Allergie-Symptome mehr. Wenn sich meine Hunde damit nicht wohl fühlen würden, würde ich es nicht füttern. Ich habe ja einen Blick dafür. Meine Hunde finden VeggieDog von Green Petfood super und ich auch!

Warum betreibst du Tierschutz im In- und Ausland?

Ein Tier ist ein Tier. Tierschutz darf nicht an Grenzen aufhören. Ich war schon in vielen Ländern und habe unfassbares Elend gesehen. Dass wir hier genug Probleme haben und deswegen nur deutschen Tieren helfen sollten, sehe ich nicht so. Da, wo wir können, sollten wir helfen. Das ist für mich ein Akt der Menschlichkeit!

Wo hilfst du überall und wie genau?

Ich helfe zum Beispiel Tierheimen und Tierschützern in Ungarn, Rumänien und Spanien. Wenn wir Platz im Tierheim haben, können wir Hunde aus dem Ausland aufnehmen. Die sind oft sehr lieb und für Anfänger geeignet. So haben die schwer vermittelbaren deutschen Hunde auch bessere Chancen, weil durch die Vielfalt an Hunden einfach mehr Menschen ins Tierheim kommen. Die Tiere aus dem Ausland nehmen den deutschen Tieren nichts weg. Aber man sollte nicht nur Tiere aus dem Ausland nach Deutschland holen, sondern auch vor Ort helfen, etwas aufbauen, die Menschen aufklären und mit gutem Beispiel vorangehen. Es dauert zwar lange, aber nach und nach ändert sich was.

Frank Weber hilft da, wo er kann und hat selbst gleich mehrere Tiere aus dem Tierschutz. 
Foto: Frank Weber

Dein Rat an Menschen, die ein Tierheim besuchen wollen?

Gebt dem Tierschutz eine Chance. Seid nicht böse, wenn euer Interesse an einem Tier manchmal nicht direkt so angenommen wird, wie ihr es euch wünscht. Ja, manchmal stellen wir fiese Fragen oder haben mal einen schlechten Tag. Meine Bitte: Geht einfach mal ins Tierheim und schaut euch um, ohne schon vorher zu selektieren, welches Tier ihr möchtet. Ein Tierheim ist kein düsterer, schrecklicher Ort. Kommt rein und lasst erstmal alles auf euch wirken. Nutzt die Möglichkeit euch wirklich in ein Tier zu verlieben!

Welche Projekte stehen als nächstes bei dir an?

Mit dem BMT wollen wir im Tierheim Bergheim ein neues Katzenhaus bauen und in meinem Tierheim steht die Verschönerung des Hundehauses an. Da brauchen wir dringend Unterstützung. Ich habe mir außerdem vorgenommen, noch mehr daran zu arbeiten, anderen Menschen näher zu bringen, dass Tiere keine Ware sind. Wir haben eine Verantwortung gegenüber unseren Haustieren und unseren Nutztieren. Die Tiere geben uns so viel. Ohne Tiere würde die Menschheit nicht existieren.

Was bedeutet Tierschutz für dich?

Tierschutz ist für mich eine Herzensangelegenheit und zeugt von Empathie, denn es wird deutlich, wie wir mit Mitgeschöpfen umgehen. Tierschutz bedeutet für mich Achtung und Respekt vor dem Leben.

Was wünschst du dir für die Zukunft?

Im Hinblick auf die Straßenhund-Problematik, die in Europa ein großes Problem ist, wünsche ich mir eine Möglichkeit der chemischen Kastration, wie z. B. eine Schluckimpfung oder etwas in der Art – ein Wirkstoff, der den Hunden nicht schadet. Damit könnte man das Elend der Streuner, die sich unkontrolliert vermehren, endlich schnell eindämmen. Einen ähnlichen Wirkstoff gibt es schon zur Ferkelkastration. Ich wünsche mir außerdem, dass die Produktion und Herstellung von künstlichem Fleisch vorangeht und wir schon bald kein Fleisch mehr von Tieren beziehen müssen. Das würde mir persönlich sehr viel bedeuten und wäre ein riesiger Schritt für die Tiere, die Menschheit und die Umwelt. Wir haben nur diesen einen Planeten. Lasst uns alle mehr Verantwortung übernehmen, damit sich der Planet zum Positiven entwickelt!