Das Geschäft mit dem Leben

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Illegaler Welpenhandel

Auf einem Parkplatz nahe der Autobahn soll der Traum vom eigenen Hundebaby wahr werden. Übers Internet direkt verliebt, können sie ihr Glück kaum fassen. Doch schon in wenigen Wochen verwandelt sich das Schnäppchen in einen wahren Albtraum. Ein typischer Fall von illegalem Welpenhandel.

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Foto: Shutterstock

Tiere zum Schnäppchenpreis

Das illegale Geschäft mit Hundewelpen boomt. Aus Osteuropa schmuggeln Händler unzählige Tierbabys über die Grenzen nach Deutschland. Das Einzige, was für sie zählt, ist Profit. Den machen sie durch das Mitleid unwissender Tierfreunde und auf Kosten unschuldiger Tiere. Die Interessenten lassen sich von den niedlichen Fellnasen und ihren Knopfaugen blenden – dabei sollten allein schon die günstigen Preise für ein Lebewesen und die nicht nachvollziehbare Herkunft jeden Tierfreund stutzig machen. So gut wie nie sind die Welpen geimpft, entwurmt oder haben anerkannte Papiere. Angaben, die die Verkäufer im Internet oder in Annoncen machen, sind oftmals falsch. Durch offene Grenzen und Internet-Plattformen wird das Geschäft für die sogenannte Welpen-Mafia immer leichter. Anonym bieten sie hier jede Hunderasse an, die gerade besonders gefragt ist. In Massen werden diese Tiere geboren und dann zu Dumpingpreisen verkauft.

Das Leid der Billigwelpen

Die wenigsten Käufer machen sich Gedanken über die Herkunft der Tiere, denn auf den Fotos scheint alles normal. Die realen Zustände werden nicht gezeigt: In Massenzuchtanlagen und Hinterhöfen produzieren die skrupellosen Händler abertausende Rasse-Welpen. Gesundheit und Wohl der Tiere spielen dabei keine Rolle. Mit Kot und Urin verdreckte Zwinger in kalten Schuppen und Verschlägen, ohne Tageslicht und viel zu eng – die Zustände sind weder hygienisch noch gesund, geschweige denn artgerecht.

Illegaler Welpenhandel ist ein Geschäft mit dem Leben

Foto: Shutterstock

Rüden vereinsamen in Einzelhaltung und kommen nur zum Decken zum Einsatz. Hündinnen werden als Gebärmaschinen regelrecht missbraucht. Um nach der Geburt so schnell wie möglich wieder trächtig werden zu können, werden sie mit Hormonen behandelt. Durch die beinahe permanente Trächtigkeit leiden sie unter entzündeten, ausgeleierten Gesäugeleisten. Viel zu früh trennen die Züchter die Welpen von ihrer Mutter, sodass die wichtige Prägungsphase und die Sozialisierung der Tiere ausbleibt. Oftmals können sich die Kleinsten im späteren Leben kaum zurechtfinden und wachsen zu stress- und aggressionsanfälligen Tieren heran, die früher oder später im Tierheim landen.

Tierschutzvereine am Limit

In den letzten Jahren ist die Zahl der aufgedeckten Transporte durch stichprobenartige Grenzkontrollen gestiegen. Scheinen die Rettungen Hoffnung zu geben, werden sie bei den verantwortlichen Tierschutzvereinen zur kaum zu bewältigenden Herausforderung. Vor allem die Tierheime in den Grenzgebieten zu Tschechien, Rumänien oder Ungarn sind regelmäßig überfüllt.

„Die Übernahme von Welpen aus einem illegalen Transport bringt uns ans Limit.“

Tanja Schnabel, Leiterin Tierheim Nürnberg

“Die Welpen sind viel zu früh von der Mutter getrennt worden und müssen rund um die Uhr von uns betreut werden. Das ist eine echte Mammutaufgabe“, führt Tanja Schnabel aus. „Unser schlimmster Fall waren rund 100 Hunde, die wir aus einem illegalen Transport übernommen haben.“ Nicht nur die Tierheime kämpfen mit den Folgen des Welpenhandels. Gerät man als Privatperson an einen Welpen aus dem unbarmherzigen Millionengeschäft, erwartet Besitzer und Tier häufig eine schwere Zeit. Meist deckt schon der erste Besuch beim Tierarzt gesundheitliche Probleme auf. Im schlimmsten Fall geht es den Tieren von Tag zu Tag schlechter und trotz hoher Behandlungskosten sterben viele von ihnen oder müssen eingeschläfert werden.

Das Geschäft mit dem Leben - Illegaler Welpenhandel

Die niedlichen Fotos im Internet haben mit den realen Zuständen in Massenzuchtanlagen nichts gemein.

Foto: Shutterstock

Was kannst du tun?

Den illegalen Welpenhandel zu stoppen ist ein langwieriger Prozess. Doch auch du kannst etwas tun, damit das Leid der Billigwelpen ein Ende hat. Kaufe niemals einen Hund auf der Straße oder im Internet über Anzeigen auf entsprechenden Plattformen! Auch wenn dir die Tiere leidtun, bedenke: Genau darauf zielen die Händler ab. Melde unseriöse Züchter, rücksichtslose Vermehrer oder illegale Händler beim Veterinäramt oder der Polizei. Kläre auch dein Umfeld über die grausamen Bedingungen auf, denn noch wissen viel zu wenige Menschen, wie viel Leid hinter den günstigen Tierbabys steckt. Wenn du darüber nachdenkst, ein Tier zu dir zu holen, schaue zuerst im Tierheim nach oder kontaktiere einen Tierschutzverein, der im Ausland tätig ist. Denn es gibt viele heimatlose Tiere, die Hilfe brauchen und sehnsüchtig auf ein Zuhause warten.

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