Animal Hoarding – Wenn Tierliebe zur Sucht wird

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Die Ein-Zimmer-Wohnung ist kaum zu betreten. Zur Linken stapeln sich verdreckte Tierkäfige. Der bestialische Geruch von Urin und einst lebenden Überresten verbreitet sich im ganzen Raum. Zwischen diesem Chaos fristen 50 Katzen, zwei Hunde und unzählige Kleintiere ihr trauriges Dasein, dabei meint es der Halter doch nur gut mit seinen Lieblingen.

Ungewolltes Tierleid

Das krankhafte Ansammeln von Tieren ist keine Tierliebe, sondern vielmehr ein zwanghaftes Verhalten. Wie Messis materielle Dinge horten und teilweise zwischen Müllbergen leben, sammeln scheinbare Tierfreunde Hunde oder Katzen, aber auch Nage- und Wildtiere. Hinter dem Begriff „Animal Hoarding“ (aus dem Englischen für „Tierhortung“) steckt oft eine tiefgreifende Persönlichkeitsstörung. Die Sammler sehen sich dabei selbst als großer Tierfreund oder gar Tierschützer und die Einsicht, dass den Tieren so mehr geschadet als geholfen wird, bleibt meist aus. Auch wenn einige der Horter den Tieren nur helfen möchten, ist die Haltung einer Vielzahl von Tieren problematisch.

Solltest du Animal Hoarding in deinem Umfeld bemerken, schreite ein. Nur so kann Mensch und Tier geholfen werden.
Foto: shutterstock

Gefährlicher Kontrollverlust

Schnell verlieren die Hoarder den Überblick und die Tiere vermehren sich unkontrolliert. Es mangelt an ausreichender Hygiene und die Tiere sind unterernährt, verwahrlost oder sogar verhaltensgestört. Bis jemand auf die Missstände aufmerksam wird, ist das Ausmaß der Katastrophe meist kaum noch zu bewältigen und der letzte Ausweg ist die Beschlagnahmung der Tiere. Für viele Tierschutzvereine werden Animal Hoarding Fälle zu einer kaum zu bewältigenden Aufgabe. Erst im letzten Jahr hat der kleine Verein Tierschutz für Willich 37 Katzen, darunter viele Kitten, aufgenommen. „Die Tiere waren krank, völlig abgemagert und unkastriert. Die Versorgung aller Schützlinge war ein unbeschreiblicher Kraftakt und treibt einen gemeinnützigen Verein schnell an die finanziellen Grenzen“, so Manuela Mihalic, 2. Vorsitzende des Vereins.

So verhältst du dich richtig

In Deutschland werden jährlich etwa 500 Fälle von Animal Hoarding gemeldet – Tendenz steigend. Wenn du in deiner Nachbarschaft oder deinem Umfeld Anzeichen für Vernachlässigung oder Hortung von Tieren feststellst, wende dich an das Veterinäramt oder die Polizei. Es ist wichtig, die Tiere von diesem Schicksal zu befreien und auch den Menschen Hilfe zu bieten. Doch das geht nur, wenn das Umfeld nicht wegsieht.