Angst vorm Spaziergang

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Die Angst vorm Spaziergang – Wenn der Hund nicht Gassi gehen will…

 

Angst-vorm-SpaziergangDU hast einen Hund aus dem Tierschutz adoptiert und eigentlich ist alles super…. Im Haus oder Garten, ist er der liebste Hund, der zu allen freundlich ist und neugierig seine Umwelt erforscht – wenn da nicht die Sache mit den Spaziergängen wäre. Der Hund weigert sich, das Haus oder Grundstück zu verlassen, bleibt immer nach wenigen Schritten zitternd stehen oder reißt sich gar los und läuft nach Hause zurück? Hat dein Hund Angst vorm Spaziergang?

 

Gleich vorweg – Nein, bitte zieh den Hund auf keinen Fall mit Gewalt hinter dir her und zwinge ihn bitte auch nicht zu Spaziergängen die ihn überfordern und ihm Angst machen, um ihm zu zeigen, dass du der Chef bist und nicht der Hund! Der Hund ist weder ungezogen, noch macht er das, um dich zu ärgern! Vielleicht kennt er Spaziergänge einfach nicht. Vielleicht hat er draußen auch schon viele schlechte Erfahrungen gemacht und möchte sein sicheres zu Hause jetzt nicht mehr verlassen. Jedes Mal, wenn du ihn also nach draußen zwingst, leidet das Vertrauen zu dir, denn der Hund lernt nur, dass du ihn immer wieder in gefährliche Situationen bringst und ihm dann nicht hilfst.

Die Angst vorm Spaziergang überwinden

Zeige dem Hund, wie gern du ihn hast und wie toll er ist. Das bedeutet, dass du so viel, wie möglich mit ihm kuschelst und ihn für alles, was er gut und richtig macht, überschwänglich lobst.

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Stelle ihn in Haus und Garten vor immer neue kleine Herausforderungen, wie z. B. eine Kiste, die er gemeinsam mit dir erforschen darf, kleine Futterpäckchen, die ihr gemeinsam auspackt, verschiedene Untergründe oder bringe ihm kleine Tricks bei. Mit jedem Erfolgserlebnis wächst das Selbstvertrauen des Hundes und auch die Bindung und das Vertrauen zu dir, denn er kann immer auf deine volle Unterstützung zählen.

Jetzt gehst du mit dem Hund nur wenige Schritte vor die Tür und gibst ihm dort einen besonderen Leckerbissen oder eine kleine Aufgabe, die er gut kann und gerne macht und für die du ihn loben und belohnen kannst. Dann gehst du sofort wieder ruhig mit dem Hund ins Haus, damit er lernt, dass es draußen toll ist und er auf jeden Fall wieder heil zurück kommt. Die Entfernung zum Haus kann in ganz kleinen Schritten gesteigert werden und der „Spaziergang“ ist für den Hund immer beendet, bevor er wieder Angst bekommt und nicht mehr weiter möchte. Gestalte den Weg – egal wie kurz er auch ist – immer positiv für den Hund und zeige ihm, dass er sich auf dich verlassen kann und du ihn immer sicher wieder zurück bringst. Schon bald wird das Vertrauen in dich als Begleiter wachsen und der Hund freut sich auf jeden Spaziergang, den du ihm anbietest. Die Angst vorm Spazierganz ist verschwunden.

Geschrieben von:


Alexandra-Hoffmann

Alexandra Hoffmann, Hundeverhaltenstherapeutin

Neben meiner Praxis für Hundeverhaltenstherapie, betreue ich mit großer Leidenschaft die tollen Hunde im Tierheim Starnberg und freue mich über jeden Tierschutzhund, der ein neues zu Hause gefunden hat. Bei mir stehen nicht die Probleme im Vordergrund, sondern ich möchte Hund und Halter dabei helfen, (wieder) zu einem Team zusammen zu wachsen und miteinander, anstatt in einem ständigen Kampf gegeneinander, durch ihr gemeinsames Leben zu gehen.