Anbellen und Angreifen

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Anbellen und Angreifen – Jeder Spaziergang ist die Hölle

 anbellen-angreifenSpaziergänge gehören zum Hundealltag ganz selbstverständlich dazu und sind für viele Hunde DIE Highlights des Tages. Was aber, wenn der Mensch bei jedem Gedanken an den nächsten Spaziergang Schweißausbrüche bekommt und diesen am liebsten ausfallen lassen würde, weil der Hund andere Hunde, Menschen, Autos oder Fahrradfahrer, angreift oder alles und jeden anbellt? Anbellen und Angreifen gehört nicht zum Spaziergang dazu!

 

Hier gilt, der Hund ist weder „dominant“, noch möchte er dich ärgern! Er zeigt sein Verhalten auch nicht ohne Grund und auch, wenn er häufig unberechenbar wirkt, so können in 99,9% der Fälle, eindeutige Auslöser gefunden werden. Der erste Schritt ist immer der, dass du dafür sorgst, dass dein Hund niemanden verletzen oder gefährden kann, indem du ihn z. B. an einen Maulkorb gewöhnst und konsequent an der Leine führst.

Aber auch dann, wenn der Hund von anderen nicht mehr gerne gesehen ist, wirst du auf keinen Fall wütend auf den Hund und bestrafst ihn NICHT! Jede schlechte Erfahrung in Gegenwart, z. B. eines anderen Hundes, verschlimmert das Problem. Der Hund wird nicht verstehen, dass du dich über sein Verhalten ärgerst und ihn deshalb bestrafst. Für den Hund sieht es so aus, als hätte er keinen Ärger bekommen, wenn der andere z. B. Hund nicht aufgetaucht wäre und das ist natürlich ein weiterer Grund, jeden anderen Hund sofort anzugreifen…

Erinner dich vielmehr daran, wie viele tolle Eigenschaften der Hund hat und wie viel Spaß du mit ihm haben kannst– denn – wenn du nicht auf der Seite deines Hundes stehst, wer dann?

Was kannst du tun, um Anbellen und Angreifen zu vermeiden?

Natürlich muss sich an dem Verhalten des Hundes etwas verändern, aber hierbei arbeite nicht gegen, sondern immer MIT deinem Hund! Als erstes muss der Hund wissen, dass es bei dir immer nur toll ist und er dich auf keinen Fall meiden oder gar Angst vor dir haben muss. Lehn ihn NICHT ab und verurteile sein Verhalten NICHT!

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Nur so erreichst du, dass der Hund bei Ihnen bleibt, wenn z. B. ein anderer Hund auftaucht. Bringe ihm also als erstes ein sicheres Rückrufsignal bei, das für ihn immer eine Superbelohnung – wie einen besonderen Leckerbissen, sein Lieblingsspielzeug oder ein tolles Spiel mit euch –und damit Entspannung und Spaß, bedeutet. Klappt das, bekommt der Hund diese tolle Belohnung immer dann, wenn z. B. ein anderer Hund auftaucht. Er lernt also, die negativen Gefühle gegenüber, z. B. anderen Hunden, gegen Positive auszutauschen.

Hat er das verstanden, such ab sofort gemeinsam nach z. B. anderen Hunden. Aber nicht, um diese anzugreifen bzw. mit negativen Gefühlen zu verbinden, sondern im Gegenteil – immer wenn ein Auslöser auftaucht, ist das aller Grund zur Freude. Schon bald, wird dein Hund die Auslöser von sich aus suchen und sich an dich wenden, um sich seine Belohnung abzuholen. Mit diesen einfachen Tricks ist das Anbellen und Angreifen schnell vergessen und der Spaziergang wird wieder entspannt.

Geschrieben von:


Alexandra-Hoffmann

Alexandra Hoffmann, Hundeverhaltenstherapeutin

Neben meiner Praxis für Hundeverhaltenstherapie, betreue ich mit großer Leidenschaft die tollen Hunde im Tierheim Starnberg und freue mich über jeden Tierschutzhund, der ein neues zu Hause gefunden hat. Bei mir stehen nicht die Probleme im Vordergrund, sondern ich möchte Hund und Halter dabei helfen, (wieder) zu einem Team zusammen zu wachsen und miteinander, anstatt in einem ständigen Kampf gegeneinander, durch ihr gemeinsames Leben zu gehen.